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13.11.2017

Die Aussichten für globale Aktienmärkte bleiben positiv

(c)


Die Aussichten für die globalen Aktienmärkte sind für den Rest des Jahres 2017 nach wie vor positiv. Aktien werden vom robusten, synchronisierten globalen Wachstum sowie von positiven Gewinnen im dritten Quartal unterstützt. Rund 70 Prozent der Unternehmen im S&P 500 haben die Konsenserwartungen übertroffen. Wir rechnen damit, dass die Gewinne in Europa und den Schwellenländern aufgrund der zyklischen Verbesserung der Rentabilität in diesen Regionen noch besser ausfallen werden.

An den Anleihenmärkten ist dagegen eine defensivere Ausrichtung das Gebot der Stunde. Die Zentralbanken passen ihre Geldpolitik allmählich an. Seit Kurzem strebt die Bank of England ebenso wie die US-Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank die Normalisierung der Geldpolitik an. Die Anleihenrenditen bewegen sich seitwärts, dürften unserer Ansicht nach aber recht bald weiter steigen, was auf magere Erträge bei globalen längerfristigen Anleihen hindeutet.

Das größte Risiko für Anleger in den letzten Wochen dieses Jahres geht von weiteren starken Anstiegen an den Aktienmärkten aus. Die Lage an den Aktienmärkten wirkt angespannt, da die Bewertungen in diesem Jahr bereits sehr stark gestiegen sind. Das Momentum treibt kurzfristig alle Märkte weiter an, die Aktienmärkte eingeschlossen. Dies lässt vermuten, dass Aktien im letzten Quartal des Jahres weiterhin stark steigen könnten - ein Szenario, auf das viele Anleger möglicherweise nicht vorbereitet sind.

Das bedeutendste Abwärtsrisiko geht von einem etwaigen Inflationsanstieg aus. Wir sehen aktuell zwar nicht viele Anzeichen für eine Beschleunigung der Inflation, die Märkte nehmen dieses Risiko aber etwas auf die leichte Schulter – insbesondere jetzt, wo sich die USA, Großbritannien, große Teile Europas und Japan der Vollbeschäftigung nähern.

Auch auf die politische Unsicherheit scheinen die Anleger nicht anzusprechen, obwohl es einige Gründe zur Sorge gäbe: Die Gefahr eines geopolitischen Konflikts steht im Raum, die US-Steuerreform könnte scheitern und separatistische Bestrebungen in Europa zunehmen. Die Volatilität bleibt indes niedrig und risikoreiche Anlagen entwickeln sich nach wie vor gut. Wir glauben, dass ein schwererer Schock nötig ist, um die Märkte zu verunsichern, vor allem, weil die zugrunde liegenden Fundamentaldaten wie das synchrone, nichtinflationäre Wachstum und die hohen Kapitalerträge nach wie vor positiv sind.

Dementsprechend bleiben wir in Bereichen übergewichtet, in denen die Fundamentaldaten besonders gute Unterstützung bieten. Bei globalen Aktien geben wir Schwellenländern, Japan und Europa den Vorzug. Wir halten es außerdem für klug, Engagements im Aktien-„Beta“ mit nicht korrelierenden Ertragsquellen zu kombinieren. Hierzu zählen Relative-Value-Trades, Merger-Arbitrage- und andere Mean-Reversion-Positionen, die Portfolios mehr Stabilität verleihen. Dadurch versuchen wir, Erträge auf eine Weise zu erzielen, die die Abwärtsrisiken minimiert, ohne dabei auf Staatsanleihen angewiesen zu sein.

von Larry Hatheway, Group Head GAM Investment Solutions und Chefökonom bei GAM


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