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11.08.2017

Die Rekorde fallen am laufenden Band

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Die weltweiten ETP-Zuflüsse im Juli haben zu mehreren neuen Branchenrekorden geführt. Insgesamt verbuchten ETPs weltweit 39,6 Milliarden US-Dollar frisches Kapital. Damit liegen die Zuflüsse seit Anfang 2017 nahe eines neuen Gesamtjahresrekordes.

Vor allem Zuflüsse in Aktienprodukte, die 25,8 Milliarden US-Dollar verzeichneten, haben die Zuflüsse getrieben. Seit Jahresanfang haben Anleger Aktien-ETPs weltweit 257,8 Milliarden US-Dollar frisches Kapital anvertraut – das entspricht einem neuen Gesamtjahresrekord.

In Anleihen-ETPs flossen 13,7 Milliarden US-Dollar. Besonders gefragt waren Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Ratings, die es auf 4,8 Milliarden brachten. Damit hat dieses Anleihensegment seit Anfang 2017 insgesamt 35,4 Milliarden US-Dollar zusätzliche Mittel erhalten.

Patrick Mattar aus dem iShares Kapitalmarkt-Team kommentiert die fünf Kerntrends am europäischen ETP-Markt im Juli wie folgt:

1. Europäer lieben Europa. Für europäische Aktien war der Juli ein weiterer starker Monat. Entsprechende ETPs, die in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) gelistet sind, brachten es auf Zuflüsse in Höhe von 3,7 Milliarden US-Dollar. Damit verbuchten diese ETPs den elften Monat infolge positive Mittelzuflüsse – länger als je zuvor.

2. Investmentgrade-Unternehmensanleihen bleiben Kernthema. Im Anleihenbereich sind Unternehmensanleihen mit Investmentgrade-Ratings in diesem Jahr ein Kernthema. ETPs, die Zugang zu diesem Marktsegment bieten, haben seit Anfang 2017 rund 36,6 Milliarden US-Dollar (oder 35 Prozent) zusätzlich verbucht. Insgesamt kamen Anleihen-ETPs seit Jahresanfang auf 105,5 Milliarden US-Dollar.

Produkte auf Unternehmensanleihen mit Listings in der EMEA-Region, die Dollar-Papiere mit Investmentgrade-Ratings umfassen, meldeten den siebten Monat infolge positive Zuflüsse. Bei entsprechenden Produkten auf Euro-Papiere dauert diese Phase seit der Präsidentenwahl in Frankreich nun schon drei Monate an.

3. Gold weiterhin gefragt. Wir haben bereits zuvor darauf hingewiesen, dass europäische und US-Investoren in diesem Jahr offenbar unterschiedliche Sichtweisen auf Gold haben. Im Juli war der Trend, dass US-Anleger verkaufen während Europäer kaufen (und umgekehrt) noch stärker ausgeprägt. In vier von sieben Monaten gab es bei Gold-ETPs mit US-Listings Abflüsse, während entsprechende Produkte in Europa anhaltende Zuflüsse verzeichneten.

4. Interesse an Schwellenländeranleihen lässt nach. Für Schwellenländeranleihen-ETPs, die in der Region Europa, Naher Osten und Afrika gelistet sind, war der Juli der bislang schwächste Monat dieses Jahres. Die Nettozuflüsse beliefen sich auf 0,7 Milliarden US-Dollar und damit erstmals seit Jahresbeginn auf weniger als eine Milliarde Dollar. Schwellenländeranleihen waren 2017 ein Kernthema. Aber angesichts der jüngsten Wertentwicklung lässt das Interesse einiger Anleger offenbar nach. Dennoch blieben Schwellenländeranleihen im Juli das Anleihensegment mit den stärksten Zuflüssen. Das zeigt, dass Anleger relativ betrachtet weiterhin verbreitet in dieses Segment investieren.

5. Nachhaltiges Investieren auf dem Vormarsch. Im Hinblick auf ETPs, die ökologische, soziale und Governance-Aspekte (auf Englisch: ecological, social und governance, kurz ESG) berücksichtigen, sind europäischen Anleger ihren US-Kollegen voraus. Seit Ende 2009 vertrauten Investoren ESG-ETFs weltweit 5,7 Milliarden US-Dollar an. Davon entfielen 3,8 Milliarden auf Produkte mit EMEA-Listings. Ändern sich die Einstellungen der Anleger und erlassen europäische Aufsichtsbehörden Richtlinien, die ESG-Ansätze nahelegen, könnte das diesem Trend einen weiteren Schub geben.



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