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18.05.2017

Strategien Institutioneller im aktuellen Umfeld

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Bei der bereits 10. Fachtagung für institutionelle Investoren im Hotel Kempinski, dieses Mal mit Fokus auf „Alternativen Risiko-Rendite-optimierten Kapitalanlagestrategien“ und „Alternativen Fondsstrukturen“, konnte der Dachverband AIFM Federation Austria so viele Teilnehmer/innen wie noch nie zuvor begrüßen. Liquid Alternatives, Risikoprämien und Luxemburgische Strukturierungsformate waren die Themengebiete der fünf Fachvorträge. Die Keynote „Globaler Aufschwung trotz Brexit und Trump“ befasste sich mit den weltwirtschaftlichen Aussichten im Hinblick auf die aktuellen politischen Herausforderungen, mit der Inflationserwartung und den daraus resultierenden Konsequenzen für Investoren.

Im Startvortrag „Gefallen, gelernt und gewachsen - Hedgefonds haben sich weiterentwickelt und sind erwachsen geworden“ erläuterte dann Son Nguyen, CEO und Founder der Ayaltis AG in Zürich, dass der Dach-Hedgefondsansatz durch die Vielfältigkeit an Hedgefonds-Strategien mehr Bedeutung denn je zuvor erlangt. Diese Experten bewahren den Überblick und analysieren potentielle Hedgefonds-Veranlagungen nach strengen Kriterien. Ein Dach-Hedgefondsportfolio schafft somit durch seine Diversifikationseffekte sowie durch seine pro-aktive Anlagestrategie substantiellen Mehrwert.

Seit 1998 entwickelten sich sowohl die Stilrichtungen als auch die rechtlichen Rahmenbedingungen massiv weiter. Während früher Equity Long/Short und Macro Strategien dominierten, sehen sich Investoren nun einer Vielfalt an Hedgefonds-Stilrichtungen gegenüber, die von Relative Value Strategien zu spezialisierten Volatilitätsansätzen reichen. Auf der regulatorischen Seite setzen sich neben SICAV und UCITS Strukturen, die den Anlegern verbesserte Rahmenbedingungen bieten, auch AIF Fonds durch.

Heike Findeisen, Business Development Director bei CACEIS Bank S.A. Luxembourg Branch zeigte Möglichkeiten & Chancen für den Aufsatz von Alternativen Investmentfonds (AIF) für institutionelle Investoren am Standort Luxemburg auf. Dem Kurzportrait des Alternative Investments Marktes in Luxemburg folgte eine detaillierte Darstellung der Strukturierungsmöglichkeiten für AIF mit dem Schwerpunkt Reserved Alternative Investment Fund (RAIF) als neues „fondsähnliches“ Vehikel. Achim Motamedi, Head of Tactical Allocation Management bei Uniqa Capital Markets GmbH, ergänzte aus der Sicht eines Praktikers die Vorteile für Asset Manager und Investoren bei in Luxemburg aufgelegten AIF Strukturen und die Schlüsselkriterien, die für die Entscheidung nach Luxemburg zu gehen, ausschlaggebend sind.

Im anschließenden Vortrag „Investmentstrukturen in Luxemburg aus steuerrechtlicher Sicht“ bot Gerald Kerbl, Steuerberater und Director bei TPA Steuerberatung GmbH nach einer kurzen Aufarbeitung des Fondsstandorts Luxemburg einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Fondsformen in Luxemburg. Gegenübergestellt wurden die wichtigsten Merkmale der einzelnen Formen, wobei der Schwerpunkt auf die steuerrechtlichen Besonderheiten gelegt wurde. Auch die höchstaktuellen Regelungen zur Bekämpfung von Steuervermeidungspraktiken (Schwerpunkt: EU, OECD) fanden Erwähnung, um das Bild einer sinnvollen und effizienten Strukturierung für institutionelle Investoren in Luxemburg entsprechend abzurunden. Die einzelnen Themen wurden im Anschluss mit Case Studies verknüpft, um einen praktischen Überblick über die Fragestellungen aus heutiger und zukünftiger Sicht zu geben.

Das Thema Risikoprämien dominierte im zweiten Teil. Olivier Blin, Leiter Systematic Cross Asset Strategies bei Unigestion S.A. in Genf führte von der Theorie zur Praxis: In der akademischen Literatur wird eine große Anzahl von Risikoprämien beschrieben (Value, Momentum, Size, Carry, Trend Following). Als Alternative Risikoprämien gelten Strategien, welche keinen Long-Only Fokus haben. Im breiten Spektrum dieser Alternativen Risikoprämien gilt es diejenigen zu identifizieren, die dauerhaft Bestand haben, was in der Regel auf das Verhalten der Marktteilnehmer oder auf die Mikro-Struktur der Märkte zurückgeführt werden kann. Alternative Risikoprämien verbessern das Risiko-Return-Profil eines Multi-Asset Portfolios und werden als liquider und kosteneffizienter Ersatz von Hedgefonds-Portfolios angesehen. Neben der Auswahl des investierbaren Universums ist aber auch die Portfoliokonstruktion wichtig und hier erweist sich ein adaptierter Expected Shortfall Ansatz als beste Lösung. Das Ziel der Integration von Alternativen Risikoprämien ist es, die Sharpe Ratios von Portfolien über Wirtschaftszyklen mittels eines dynamischen Ansatzes zu stabilisieren.

Anhaltende Niedrigzinsen, politische Unsicherheit und neue regulatorische Vorgaben stellen Versicherungen und Pensionskassen vor große Herausforderungen hinsichtlich der Kapitalanlage. Einen Beitrag können sogenannte Risikoprämienstrategien liefern. Im Vortrag „Marktneutrale Strategien als liquide Alternative für Versicherungen, Pensionskassen & Co.“ erklärte Michael Kerber, Senior Portfolio Manager bei MEAG in München, welchen Beitrag Risikoprämienstrategien zur Bewältigung dieser aktueller Herausforderungen liefern.

Präsentiert wurden solche Strategien für die Anlageklassen Volatilität, Rohstoffe und Aktien - sowohl einzeln als auch in Kombination. Diese Strategien nutzen beobachtbare Verlaufsmuster an den Kapitalmärkten für eine systematische Investition in hochliquide Instrumente, um schwankungsarm eine positive Wertentwicklung zu erzielen. Diese Wertentwicklung ist weitestgehend unabhängig von der Entwicklung der zugrundeliegenden Märkte sowie insbesondere auch von der künftigen Zinsentwicklung.

In seiner Keynote spannte Stefan Bruckbauer, Chief Economist bei Bank Austria - UniCredit, mit dem einen oder anderen humorvollen Seitenhieb auf die in- und ausländische Politik, den Bogen von der positiven globalen Konjunkturstimmung über die deutliche Trendwende bei der Inflationserwartung bis zu der für die Investoren maßgeblichen steileren und nach oben verschobenen Zinskurve. Zahlreiche Fragen aus dem Publikum zu der damit verbundenen Neubewertung sämtlicher Anlageklassen führten zur Fortsetzung der angeregten Diskussion beim abschließenden Sektempfang.



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