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17.07.2017 10:32
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Österreichs Wirtschaft steht unter Dampf

UniCredit Bank Austria erhöht die Wachstumsprognose 2017 für Österreich von 1,8 auf 2,3 Prozent.

Stefan Bruckbauer
© Martina Draper
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Die österreichische Wirtschaft startet unter ausgezeichneten Rahmenbedingungen in die zweite Jahreshälfte 2017. „Die Konjunkturstimmung hat sich in Österreich seit Jahresbeginn stetig verbessert. Seit Beginn des Sommers erreicht sie sogar ein 6-Jahres-Hoch. Der kräftige Aufschwung in Österreich wird in der zweiten Jahreshälfte anhalten. Das unterstreicht der Anstieg des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators im Juni auf 3,5 Punkte“, ist UniCredit Bank Austria Chefökonom Stefan Bruckbauer zuversichtlich. Im zweiten Quartal hat der Indikator einen Durchschnittswert von beachtlichen 3,2 Punkten erreicht. Damit weist er auf eine nochmalige leichte Beschleunigung des Wirtschaftswachstums gegenüber dem Jahresbeginn hin. „Der anhaltende Aufwärtstrend unseres Konjunkturindikators im zweiten Quartal 2017 zeigt eine weitere Steigerung der Konjunkturdynamik an. Damit hat die österreichische Wirtschaft im ersten Halbjahr mit einem Anstieg von rund 2,5 Prozent die stärkste Aufwärtsbewegung seit 2011 vollzogen“, meint Bruckbauer.

Die verbesserte Konjunkturstimmung zu Beginn des Sommers ist fast ausschließlich auf die positive Entwicklung in der Industrie zurückzuführen. Als Folge der guten internationalen Vorgaben, die seit einigen Monaten eine Belebung der globalen Produktion und des Handels zeigen, verspüren die österreichischen Industriebetriebe starken Rückenwind. Die Aussichten werden optimistischer eingeschätzt, was sich im höchsten Industrievertrauen seit 2010 niederschlägt. Während sich am Bau eine Konsolidierung der Stimmung auf hohem Niveau zeigt, hat sich die Zuversicht im Dienstleistungssektor nochmals nach oben bewegt. „Die Konjunkturstimmung zur Mitte des Jahres in Österreich ist von zumeist gesteigertem Optimismus auf Unternehmerseite geprägt. Die Industrie und die Dienstleister, aber auch die Bauwirtschaft verspüren weiterhin Aufwind. Das Verbrauchervertrauen hat sich allerdings erstmals seit Herbst vorigen Jahres gegenüber dem Vormonat verschlechtert. Doch auch die österreichischen Konsumenten sind immer noch sehr optimistisch“, meint Bruckbauer.

Mit dem guten Stimmungsbild im Rücken wird die österreichische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte 2017 weitgehend das Wachstumstempo der vergangenen Monate halten können. Das Wirtschaftswachstum in Österreich bleibt dynamisch, weil der globale Handel ausgehend von den Schwellenländern gut in Schwung gekommen ist und davon Impulse für die europäische Wirtschaft und Österreich ausgehen. Die internationale Unterstützung wird zwar voraussichtlich nicht mehr weiter zunehmen, hat sich jedoch gut konsolidiert. Die Investitionstätigkeit wird dadurch weiter angeregt werden, zumal in Österreich die Kapazitätsauslastung erstmals seit der Finanzkrise wieder das langjährige Durchschnittsniveau erreicht hat.

Der positive Trend der Ausrüstungsinvestitionen, insbesondere bei Fahrzeugen und der Aufwind von Bauinvestitionen sollte sich fortsetzen, unterstützt durch die unverändert günstigen Finanzierungsbedingungen. Trotz des vorteilhaften Exportumfelds bleibt die Inlandsnachfrage im zweiten Halbjahr der bestimmende Wachstumsträger der heimischen Wirtschaft, denn der private Konsum zeigt bisher keine Anzeichen einer Verlangsamung des Wachstumstempos.

„Wir haben unsere BIP-Prognose für 2017 deutlich von 1,8 auf 2,3 Prozent angehoben. Zum einen erweist sich die kräftige Unterstützung für die Exporte durch die globale Erholung als beständig. Zum anderen kann die Verbesserung der Lage am Arbeitsmarkt die nachlassende Wirkung der vorjährigen Steuerreform auf den privaten Konsum stärker kompensieren, als wir ursprünglich erwartet haben“, meint UniCredit Bank Austria Ökonom Walter Pudschedl. Erfreulicherweise haben sich nach Einschätzung der Ökonomen der UniCredit Bank Austria auch die Konjunkturrisiken in den vergangenen Monaten insbesondere auf politischer Ebene reduziert.

Arbeitslosigkeit sinkt, trotz struktureller Probleme
Der kräftige Konjunkturaufschwung wird in der zweiten Jahreshälfte zur weiteren Verbesserung der Lage am österreichischen Arbeitsmarkt beitragen. Das Beschäftigungswachstum wird sich nach dem Plus um durchschnittlich 1,8 Prozent in den ersten sechs Monaten des Jahres in hohem Tempo fortsetzen und die Arbeitslosigkeit in Österreich vermindern.

„Wir gehen von einem Rückgang der Arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2017 auf zumindest 8,7 Prozent aus. Unterstützt durch kürzlich beschlossene Maßnahmen, wie den Beschäftigungsbonus und die Aktion 20.000 wird sich die Verbesserung 2018 weiter auf voraussichtlich 8,5 Prozent fortsetzen. Damit wird die Arbeitslosenquote jedoch immer noch um mehr als 2 ½ Prozentpunkte höher sein als vor Beginn der Finanzkrise“, meint Pudschedl. Die zuletzt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt wird allerdings von Anzeichen von strukturellen Problemen wie qualifikatorischen Ungleichgewichten begleitet. Die auf dem Arbeitsmarkt gesuchten Qualifikationen weichen von den vorhandenen Qualifikationen ab, was sich unter anderem im unverhältnismäßig starken Anstieg der Anzahl an offenen Stellen in einigen Teilbereichen während der vergangenen Monate trotz eines großen Arbeitskräftereservoirs widerspiegelt.

Niedrigere Inflationserwartungen lassen vorsichtige Drosselung der Anleihenkäufe der EZB erwarten
Nach durchschnittlich 2,0 Prozent im ersten Halbjahr wird sich die Teuerung in Österreich in den kommenden Monaten etwas verlangsamen. Die Energiepreise werden die Inflation voraussichtlich in Richtung 1,5 Prozent dämpfen, so dass im Jahresdurchschnitt 2017 die Teuerung auf 1,8 Prozent sinken sollte. Trotz der guten Konjunktur ist nachfrageseitig aufgrund der bestehenden Produktionslücken kaum Druck auf die Preise erkennbar, nur in einigen Dienstleistungsbereichen, wie z.B. im Fremdenverkehr, im Kultur- und Freizeitbereich und beim Wohnen tendieren die Preise in Österreich stärker nach oben.

Insbesondere im Euroraum-Durchschnitt ist die Inflation für das derzeitige Konjunkturumfeld mit unter 1,5 Prozent zur Jahresmitte aufgrund der noch zu schließenden Produktionslücken moderat. „Die EZB wird angesichts der moderaten Inflation ein vorsichtiges Ausstiegsszenario aus dem laufenden Wertpapieraufkaufprogramm wählen. Im September 2017 könnte die EZB demnach die Reduktion der monatlichen Aufkäufe auf 40 Milliarden Euro für das erste Halbjahr 2018 ankündigen und eine weitere Reduktion auf 20 Milliarden Euro pro Monat im zweiten Halbjahr 2018 anpeilen. Erst nach dem Auslaufen des Programms ist ein Ende der Nullzinspolitik der EZB für die ersten Monate des Jahres 2019 in Sicht“, erklärt Bruckbauer abschließend.
 
red

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