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03.05.2017 00:00
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Herbert Cordt: "Der Deal ist ein Game-Changer"

Herbert Cordt, Aufsichtsratvorsitzender der RHI, beantwortet im Interview Fragen rund um den Magnesita-Deal. Und warum es diesmal kein zweites „Wir kaufen Amerika“ geben wird.

© BE/Draper
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BÖRSE EXPRESS: Seit Bekanntgabe der Fusionsbestrebungen mit Magnesita am 5. Oktober des Vorjahres liegt die RHI-Aktie 7 Prozent im Plus, 20 sind es vergleichsweise bei ATX, Magnesita und ihrem großen westeuropäischen Peergroup-Unternehmen Vesuvius.

Muss der Kapitalmarkt von der Fusion erst überzeugt werden?

HERBERT CORDT: Wir kaufen Magnesita und die kontrollierenden Aktionäre der Gesellschaft werden sich an der neuen Gesellschaft beteiligen - das ist ein großer Vertrauensbeweis.

BÖRSE EXPRESS: Aktuelle RHI-Aktionäre werden in der neuen Gesellschaft mit etwa 25 Prozent verwässert - was ist die Gegenleistung, außer an einem größeren Unternehmen mit weniger beteiligt zu sein? Und was ist für Sie die operative Logik dahinter?

HERBERT CORDT: Der Feuerfestmarkt ist stark zersplittert, so wie unsere Kunden. Zwei Drittel unserer Produkte gehen in die Stahlindustrie, wobei der Stahlmarkt 1,6 Milliarden Tonnen pro Jahr groß ist und die Hälfte auf China entfällt; der größte Stahlerzeuger, ArcelorMittal, kommt auf rund 100 Millionen Tonnen. Im Feuerfestmarkt ist es sehr ähnlich.

Für uns hat der Deal operativ zwei Aspekte: Magnesita ist für uns geografisch sehr komplementär, da wir in Süd- und Nordamerika nur schwach vertreten sind, Magnesita hingegen stark.

Zweitens stellen wir Feuerfest-Produkte vor allem aus Magnesit her. Magnesit-basierte Produkte werden insbesondere von der Stahl- und Zementindustrie verwendet. Uns fehlt aber ein starkes Standbein im Dolomit, ein Grundstoff für die Edelstahlindustrie. In diesem Markt ist wiederum Magnesita stark vertreten und verfügt auch über die entsprechende Rohstoffversorgung.

Wir sind dann für unsere Kunden einfach noch attraktiver - können diese schneller und umfangreicher servicieren und mehr Geld in die Forschung stecken.

BÖRSE EXPRESS: Und die Gegenleistung des Aktionärs für die Verwässerung?

HERBERT CORDT: Dazu zwei Überlegungen: Rechnen wir bei der RHI der Einfachheit wegen mit einem Nettogewinn von 100 Millionen Euro - die 25 Prozent entsprechen 25 Millionen. Da die Magnesita einen Nettogewinn von rund 30 Millionen Euro aufweist, hat sich die Verwässerung bereits vor Synergien egalisiert, die jetzt noch dazu kommen.

Diese Rechnung hat die meisten unserer Aktionäre überzeugt - und ich interpretiere auch die Kursentwicklung seit der Akquisitionsankündigung so, um auf Ihre Anfangsfrage zurückzukommen. Denn hätten diese die Übernahme negativ gesehen, wäre die Aktie aufgrund der 25prozentigen Verwässerung stärker gefallen. Sie ist aber am ersten Tag nur um 7 Prozent gefallen und liegt wie Sie sagten nun sogar im Plus.

BÖRSE EXPRESS: Das mit dem Kursabschlag wird aber wahrscheinlich erst kommen, wenn die Kapitalerhöhung wirklich ansteht...

HERBERT CORDT: Ich kann nur sagen, dass die Reaktion der Investoren auf den Roadshows unseres Vorstands sehr positiv ist und es bereits einen regen Wechsel im Aktionariat gibt: Einige Fonds steigen aus, weil diese etwa nur in österreichische Aktien investieren dürfen, andere steigen ein, weil wir nach London gehen und ihnen die Story mit Magnesita gefällt.

BÖRSE EXPRESS: Stichwort Wettbewerbsbehörden: Wird man etwas abgeben müssen?

HERBERT CORDT: Wir sind zuversichtlich auch da wir sehr komplementär aufgestellt sind. In den USA haben wir das grüne Licht bereits bekommen und sind gerade in intensivem Austausch mit weiteren Wettbewerbsbehörden.

Das wesentliche Thema für Europa sollte jedenfalls sein: Wir bekommen eine stärkere Position gegen Importe aus Billiglohnländern, die sich weder an Umwelt- noch Sozialauflagen halten.

BÖRSE EXPRESS: Die operative Führung des neuen Konzerns soll aus Österreich heraus erfolgen - dazu wird eine Holding in den Niederlanden eingerichtet und Börseplatz wird London sein. Das klingt jetzt ein wenig kompliziert und die Gründe erschließen sich mir nicht wirklich. Warum all das?

HERBERT CORDT: Wir wollen nach London an die Börse gehen. Um in Wien delisten zu können, benötigt es jedoch eine Jurisdiktion, die das erlaubt, denn in Wien kann eine Gesellschaft eigentlich nur delisted werden, wenn sie untergeht. Ursprünglich wollten wir direkt nach London gehen, da kam aber der Brexit dazwischen und in der EU wollten wir auf jeden Fall bleiben.

BÖRSE EXPRESS: ...Warum muss es die EU sein?

HERBERT CORDT: Es ist die Rechtssicherheit und Transaktionssicherheit, die dafür spricht.

Die Niederlande wiederum haben im Unternehmensrecht die Möglichkeit eines One- und eines Two-Tier-Boards - wobei man in London den One-Tier-Board braucht.

Die geplante grenzüberschreitende Verschmelzung in die Niederlande sieht nun vor, dass die RHI AG in Wien untergeht und in Amsterdam in der gleichen Sekunde wieder aufersteht.

Die operative Führung wiederum bleibt wegen des POEM-Themas (Place Of Effective Management) aus dem Steuerrecht der EU in Wien. Bei einer Sitzverlegung hätte das ursprüngliche Heimatland das Recht, die stillen Reserven mit 25 Prozent zu versteuern - die sogenannte Wegzugsteuer. Diese würde bei uns einen erheblichen Betrag ausmachen, den wir nicht zahlen wollen. Wegen des POEM-Themas werden wir auch langfristig in Wien bleiben.

BÖRSE EXPRESS: Ein paar Klarstellungen bitte: Heißt Börsenotiz London auch Bilanzierung in Pfund oder US-Dollar? Und sind die Erwartungen an den Börseplatz nicht etwas zu hoffnungsfroh? Hochschild Mining - ich gebe zu, die noch nie gehört zu haben, ist aktuell der kleinste Wert im FTSE 305-Mining-Index mit einem Indexgewicht von 0,5 Prozent bei einer Marktkapitalisierung von 1,8 Milliarden Euro - RHI kommt auf rund eine Milliarde... Kritiker würden sagen: An der Heimatbörse kennt man mich, in der Fremde bin ich einer von vielen...

HERBERT CORDT: Unser Hauptkonkurrent Vesuvius ist in London notiert, hat vergleichbare Ergebnisse aber eine um 50 Prozent höhere Marktkapitalisierung. Denn der Investor in London kennt das Metals&Mining-Geschäft wesentlich besser als der in Wien. Fakt ist heute, dass wir eher weniger als fünf Prozent klassische Privataktionäre unter unseren Anteilseignern haben, die das Heimatgefühl haben könnten. Alle anderen sind Fonds und denen ist es egal, wo man sitzt. Und wir werden in Euro bilanzieren, aber in Pfund notieren.

BÖRSE EXPRESS: Hauptversammlungen finden künftig in Amsterdam statt?

HERBERT CORDT: Ja

BÖRSE EXPRESS: Da wird ein privater Aktionär dann aber wohl nicht mehr teilnehmen...

HERBERT CORDT: Das glaube ich gar nicht und möchte vorausschicken, dass uns alle Aktionäre gleich wichtig sind, weshalb wir uns speziell für österreichische Privatanleger nach Diskussionen mit der Wiener Börse für den Einbezug einer Notierung im Dritten Markt mit Euro-Kursen entschieden haben.

Zur HV in Holland – ich glaube, dass Leute heute für weniger wichtige Dinge weiter reisen, das also kein großes Hindernis sein sollte.

BÖRSE EXPRESS: „Wir kaufen Amerika“ hieß es schon einmal, woran RHI beinahe als Gesamtkonzern scheiterte - warum soll es diesmal anders sein? Zusätzlich sitzt bei der RHI ein neues Management, das wohl noch nicht einmal den eigenen Konzern komplett verstehen kann - wie soll das dann in einer neuen Größe funktionieren?

HERBERT CORDT: Die Situation ist nicht vergleichbar. Wenn man sich die bilanzielle Situation ansieht, sind wir heute wesentlich stärker. Dafür muss man wissen, dass die RHI ursprünglich durch eine Reihe von Übernahmen entstanden ist, die immer fremdfinanziert waren. Daher gab es damals hohe Verbindlichkeiten und wenig Eigenkapital. Jetzt kaufen wir uns produkt- und regionsseitige Ergänzungen. Das Thema der RHI war damals Asbest, was für niemanden absehbar war - Faktoren, die heute so nicht mehr auftreten werden.

Zum Management: Fakt ist, dass wir fünf Vorstände haben, wobei zwei neu sind - drei sind gestandene RHIler mit mehrjähriger Unternehmenszugehörigkeit. Fakt ist auch, dass wir durch die Erkrankung von CEO Franz Struzl überhaupt erst in die Situation gekommen sind, geplant war es so nicht. Mit Stefan Borgas haben wir aber einen tollen Mann gefunden. Das Anforderungsprofil war: Internationale Erfahrung mit börsennotierten Unternehmen und jemand, der Kulturen zusammen führen kann.

BÖRSE EXPRESS: Ein neuer CEO - dann gibt es sehr oft eine Gewinnwarnung, da dieser die Vergangenheit ausräumt. Kann so etwas bei der RHI auch noch anstehen, gerade in Vorbereitung auf die Fusion?

HERBERT CORDT: Das schließe ich aus.

BÖRSE EXPRESS: Wenn man sich Magnesita als Unternehmen allein ansieht, besteht der Unternehmenswert vor allem aus Fremdkapital. Dabei gibt es zwei große nachrangige Anleihen am Markt mit einem Emissionsvolumen von 650 Millionen US-Dollar – von S&P mit einem Non-Investmentgrade BB bewertet – und am Tag vor Ihrer Kaufankündigung mit 80/85 Prozent gepreist, was ein erhebliches Ausfallrisiko anzeigt. Die Bonds sprangen sofort auf 100 Prozent. Teilen Sie die Meinung des Marktes, dass notfalls RHI in der Lage ist, die Schulden von Magnesita zu stemmen?

Und - in diesen Bonds sind entsprechende Klauseln bei einem Kontrollwechsel eingebaut. Angenommen die Bonds werden alle gekündigt, wie sieht der Plan für diesen Fall aus?

HERBERT CORDT: Magnesita hat einen Firmenwert von 900 Millionen Euro, Nettoschulden von 430 Millionen Euro und wir kaufen das Unternehmen um 450 Millionen Euro.

Und ja, Magnesita hat durch Übernahmen ein schlechteres Bilanzbild als die RHI heute, wobei die Abwertung des brasilianischen Reals mitspielte, da ein Großteil der Schulden in US-Dollar und Euro sind.

Daraus folgt aber auch: operativ macht Magnesita einen Großteil der Produktion in einem Niedriglohnland mit schwacher Währung und verkauft in die Hartwährungsregionen Nordamerika und Europa. Daher hat das Unternehmen einen hohen Cash Flow – ist ertragsstärker als wir. Nachteil ist, dass die Dollar-Schulden mit dem abgewerteten Real bezahlt werden müssen.

Nach Closing und absolviertem MTO (Mandatory Tender Offer in Brasilien) erwarten wir, dass die Kennzahl Net debt/EBITDA bei unter 3,5 liegen wird. Die Annahme beruht auf einem EBITDA der RHI von 200 Mio Euro und einem EBITDA der Magnesita von 140 Mio Euro, was den bereinigten Werten des Jahres 2016 entspricht, und eine Nettoverschuldung von etwas über 1 Mrd Euro. Durch die starke Cash-Generierung sollten wir die Verschuldung relativ rasch zurückführen können. Dazu erwarten wir rund 70 Millionen Euro an Run-rate Synergien pro Jahr bei einer 100 prozentigen Übernahme - ein guter Deal für beide Teile.

BÖRSE EXPRESS: Gibt es so etwas an der Börse - ein guter Deal für beide Seiten?

HERBERT CORDT: Ja, da Magnesita bzw. die jetzigen Großaktionäre an dem gemeinsamen, stärkeren Unternehmen mitpartizipieren. Das ist auch, was diesen Deal von herkömmlichen Private Equity-Transaktionen unterscheidet: Jene, denen wir die Anteile abkaufen, stecken das Geld wieder in die gemeinsame Firma.

BÖRSE EXPRESS: Und die Kontrollwechsel-Klausel bei den Anleihen?

HERBERT CORDT: Magnesita war im Rahmen der Verhandlungen verpflichtet, dieses Thema zu lösen - und hat es geschafft.

BÖRSE EXPRESS: Einer der Fallstricke für die Fusion ist, dass die Austritte bestehender RHI-Aktionäre nicht mehr als 70 Millionen Euro kosten dürfen. Ist damit gemeint, wie viele statt dem Umtauschangebot in Aktien des neuen Konzerns das verpflichtende Cash-Angebot annehmen werden? Bei conwert, auch wenn das andere Voraussetzungen sind, wurde das Cash-Angebot mehrheitlich angenommen - bei Ihnen reichen rund 7 Prozent, um das Projekt zu stoppen - ist das nicht ein Abgang mit Ansage und wie kam man gerade auf diese Summe?

HERBERT CORDT: Wir müssen so denken, dass wir den Bestand der RHI auch sichern, wenn es anders kommt. Das Risiko, das wir vor einem Jahr bei den Verhandlungen gesehen haben war, dass wir eine zu große Zahl verkaufswilliger RHI-Aktionäre haben. Daher wurde diese Komponente eingebaut und ich glaube aus heutiger Sicht, dass dies kein Thema sein wird - aber wir wollten kein Risiko eingehen.

BÖRSE EXPRESS: Der Zeitplan für die Fusion steht noch?

HERBERT CORDT: Wir sind zuversichtlich alle Genehmigungen zu erhalten und bis Ende des Jahres zu closen.

BÖRSE EXPRESS: Ihr Fazit des Deals aus Sicht eines RHI-Aktionärs?

HERBERT CORDT: Der Deal ist ein Game-Changer. Am Ende des Tages wird es einen österreichischen Feuerfesthersteller geben, der auf allen Kontinenten außer Australien, vertreten ist. Wir schaffen wirklich Großes.

 
gill
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LASKler
Kommt bald frischer Schwung in die RHI-Aktie?2017-03-16 14:24:48
9187 Postings

seit 2012-02-28


Der Wechsel an die Londoner Börse führt die RHI-Aktie näher an ihre Peer-Group heran. Ein Vergleich mit der in London notierten Vesuvius-Aktie zeigt, welches Potenzial sich eröffnen könnte.


Stefan Borgas ist ein Weltenbummler und eloquent dazu. Bei seinem gestrigen, ersten Auftritt vor der österreichischen Presse streut der gebürtige Deutsche, der einige Jahre seiner Kindheit in Frankreich verbracht hat, seiner neuen Heimat Wien Rosen („freue mich darauf die Stadt im Frühling näher kennenzulernen“). Erfrischend anders gestaltet sich auch die kurze Vorstellung seiner Person, zumal er seinen persönlichen Background nicht ausspart: Seit Freitag neu verheiratet, sechs Kinder - 52 Jahre jung - so das Resümee in Kurzform. Beruflicherseits wartet Borgas mit einer mittlerweile 26 Jahre währenden Laufbahn in der Produktionsindustrie auf. Von der BASF (USA, Deutschland und China) führte ihn sein Weg zur Schweizer Lonza Group, wo er von 2004 bis 2012 als CEO fungierte. Anschließend zog es ihn als CEO nach Tel Aviv zur Israel Chemicals Ltd., kurz ICL, mit einem Umsatz von rund 4,8 Milliarden Euro und einem Net Profit von nicht ganz 230 Mio. Euro der zweitgrößte Industriekonzern des Landes. Seit Dezember 2016 führt er nun als CEO die Geschäfte der RHI, deren Kernkompetenz (Feuerfest) er in launigen Worten - so habe ich es meinen Kindern erklärt - folgendermaßen umschreibt: Wir schützen Menschen und Umgebung vor jenen 1500 bis 2000 Grad Hitze, die es braucht, wenn Metalle verarbeitet werden. Um diese Kernkompetenz weiter auszubauen und angesichts der Billigkonkurrenz aus Fernost weiter zu festigen beschäftigt die RHI 160 Forscher allein in der Materialwirtschaft, erläutert Borgas weiter.

Die Präsentation der harten Fakten - sprich Zahlen - überlässt der neue CEO dann seiner Finanzchefin Barbara Potisk-Eibensteiner. Zahlen, die es durchaus in sich haben, zeigen sie - trotz eines gegenüber dem Vorjahr um 5,8% zurückgegangenen Umsatzes - bei EBITDA, EBIT und dem Überschuss einen deutlichen Aufschwung. Vor allem der Überschuss, der sich gegenüber 2015 mehr als vervierfacht hat, überraschte positiv und lag etwas oberhalb der Analystenerwartungen (siehe dazu Bericht im Börse Express von gestern.) Wenngleich der Umsatz hinter den Erwartungen zurückblieb, wie CFO Potisk-Eibensteiner unumwunden zugibt, sei das Ergebnis ein „solides“, wie es in der gestrigen Presseaussendung heißt. Positiv entwickelt hat sich vor allem die Division Stahl, die zwar einen leichten Umsatzrückgang (-2,8%) zu verzeichnen hatte, deren EBIT sich aber um 20,3% verbessert hat. Die EBIT-Marge in der Division, mit rund 65% des RHI-Gesamtumsatzes das wichtigste Pferd im Stall der RHI, verbesserte sich von 5,8 auf 7,1%.

Schwächer präsentierte sich hingegen die Division Industrial, deren operative Margen im Normalfall im zweistelligen Bereich landen. Der Bereich litt unter anderem unter fehlenden Neubauprojekten und einer rückläufigen Baukonjunktur in China im Geschäftsbereich Zement/Kalk.

Magnesita-Merger. Sei es wie es ist, der Merger mit der brasilianischen Magnesita soll den RHI-Konzern in neue Höhen katapulieren. Borgas: „Mit der Fusion der Nummer 1 oder 2 - je nach Lesart - mit Magnesita, der Nummer 3, versuchen wir einen echten Weltmarktführer aufzubauen.“ Dazu braucht es allerdings noch die Zustimmung der Wettbewerbsbehörden. Die amerikanische Federal Trade Commission hat den Zusammenschluss bereits genehmigt, „überraschend schnell“, wie der RHI-CEO ergänzt. Jetzt fehlen noch Brasilien und die EU-Kommission, bei der Letzteren erwartet man eine Entscheidung bis Juni bzw. Juli dieses Jahres. Bis November sollen dann die wichtigsten Schritte abgeschlossen sein, unter anderem der Wechsel der RHI Magnesita NV-Aktie in den Dritten Markt an der Wiener Börse.

Handelsplatz Nummer 1 wird dann die Londoner Börse sein, die Aktie steigt damit in die „Champions League der Börseplätze“ auf, „worauf wir stolz sein sollten“ wie Borgas hervorhebt. Von London erwartet man sich vor allem eine größere Liquidität und eine besseren Zugang zu den großen institutionellen Investoren. Einen weiteren Grund für den Wechsel an die Londoner Börse hebt Barbara Potisk-Eibensteiner im Gespräch mit dem Börse Express hervor: „London ist eine Börse mit zahlreichen Rohstofftiteln, dort notieren unsere Peers.“ - so unter anderem der britische Vesuvius-Konzern.

Günstiger als Vesuvius. Ein Hinweis bei dem - unbewusst - wohl ein wenig die Hoffnung mitschwingt, dass die RHI-Aktie dann stärker wahrgenommen und vielleicht auch direkt verglichen wird. Nun der Börse Express wagt das Experiment und vergleicht die drei Unternehmen (RHI, Magnesita und Vesuvius) und deren Aktien an Hand aktueller Kennziffern und Bewertungen. Tatsächlich zeigt sich, dass die RHI aktuell die niedrigste Nettoverschuldung, ausgedrückt in Net Debt zu EBITDA, aufweist. Potisk-Eibensteiner im BE-Gespräch: „Sowohl Magnesita als auch wir konnten unsere Nettofinanzverbindlichkeiten deutlich zurückfahren, deutlicher sogar als erwartet.“ Mit einer Masszahl von 1,8 (Net Debt/EBITDA) weist die RHI den niedrigsten Wert aus - dennoch notiert die Aktie gemessen an den KGV’s (siehe unten) deutlich unter der vergleichbaren Vesuvius-Aktie. Auch wenn die Nettoverschuldung der RHI durch die Fusion naturgemäss wieder steigen wird, sind die Voraussetzungen für einen zusätzlichen Schub durch die Notiz in London durchaus intakt - zumal die operativen Aussichten für 2017 positiver sind als zuletzt. Ein zusätzlicher Schub, der auch Wien erreichen könnte. Die RHI selbst will jedenfalls alles tun, um der Aktie auch im Dritten Markt Leben einzuhauchen - Verhandlungen mit einem Marketmaker für Wien laufen bereits. „Wir wollen unsere Streubesitzaktionäre, viele davon sind ja auch Mitarbeiter, nicht enttäuschen“, sagt die Finanzchefin. Zur Notiz im dritten Markt meint CEO Borgas: „Wir würden gerne zusammen mit kompetenten Leuten hier im Land versuchen, den dritten Markt etwas aufzuwerten, vielleicht auch mit Hilfe der Wiener Börse."



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