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06.04.2017 14:04
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Finanzierung: Löst die Crowd die Banken ab?

Der Hype um die Crowdfinanzierung kennt kaum noch Grenzen. Keine Woche vergeht in der nicht ein neues Projekt durch die "Masse" finanziert wird. Grund genug für die WK-Wien unter dem Titel „Crowdinvesting – The Power oft the Crowd“ dem Thema auf den Zahn zu fühlen und über Vor- und Nachteile der Finanzierungsform zu informieren.
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„Banking is necessary, banks are not“ - Gerald Gross, ehemaliger ORF-Moderator weiss zu provozieren, wenn er ausgerechnet Georg Kraft-Kinz, den stellvertretenden Generaldirektor der RLB Niederösterreich Wien mit der Aussage von Bill Gates konfrontiert. Der Angesprochene kontert: „Herr Gross bisher war der Abend so schön, müssen sie ihn jetzt so verderben“, und hat damit zumindest einige Lacher auf seiner Seite.

Schön ist immer eine Frage des Standpunktes, interessant war sie alle Mal – jene Veranstaltung im Studio 44, zu der die Wirtschaftskammer Wien und die Wiener Sparte Information und Consulting kürzlich geladen haben. Vor einem bis zum Bersten gefüllten Auditorium versorgte Susanne Manauer, Geschäftsführerin der Fachgruppe Finanzdienstleister Wien, das Publikum mit harten Fakten: „Die heimischen Crowdinvesting-Plattformen haben 2016 über 22,7 Millionen € gesammelt. Das ist mehr als das Doppelte der Summen aus den Jahren 2014 und 2015. 71 Projekte von Unternehmen wurden dadurch finanziert“.

Ausgelöst wurde der Run auf die, noch immer recht junge Finanzierungsform durch das Alternativfinanzierungsgesetz AltFG, das am 1. September 2015 in Kraft getreten ist und das Österreich in punkto Finanzierung durch die Crowd an die Spitze der EU-Länder gebracht hat. Ursprünglich eher eine Thema für Start-Ups und junge innovative Unternehmen ist die Finanzierung via Crowd mittlerweile längst in der Mitte der Gesellschaft - sprich bei den heimischen KMU's angekommen, wie die jüngsten Beispiele zeigen. So hat etwa erst kürzlich die Ökostrom AG rd. 1,1 Millionen Euro über die Crowd-Investing-Plattform Conda eingesammelt. Neu dabei war, dass diesmal nicht – wie bei vielen Crowdinvesting Kampagnen – Nachrangdarlehen die rechtliche Hülle des Investments waren, sondern Aktien.

Glaubt man den Worten von Paul Pöltner, Chef der Crowdinvesting-Plattform Conda und Vorsitzender des Fachausschusses der österreichischen Crowdinvesting-Plattformen, so wird der „Crowd-Boom“ wohl noch einige Zeit anhalten. Was die Zahl der Plattformen selbst betrifft rechnet Pöltner aber damit, dass es in der Zukunft zu einer Konsolidierung kommen wird.

Eines jedenfalls darf beim Thema Crowd-Investing nie vergessen werden: Bei der Anlageform handelt es sich um eine klassische Risikofinanzierung. Im schlimmsten Fall ist mit einem Totalausfall des Investments zu rechnen.

Georg Kraft-Kinz von der RLB zum Thema Crowdinvesting: „Ich sehe diese Entwicklung sehr positiv, auch weil der österreichische Kapitalmarkt sehr schlecht funktioniert. Dabei möchte ich schon betonen, dass Banken das Geld von Kunden verleihen, die sehr risikoavers sind.“

Und weil die weitaus überwiegende Mehrzahl der Kunden bei der Geldanlage – trotz der aktuellen Nullzinsen – auch in Zukunft wohl lieber den Spatz in der Hand hält, als nach der Taube am Dach zu greifen, werden Banken auch in Zukunft noch eine Rolle spielen.

So wie in den vergangenen 23 Jahren, die seit dem anfangs erwähnten Zitat von Bill Gates vergangen sind.

Bilder von der Veranstaltung finden Sie hier: http://bit.ly/2p50YMx

Hintergrundinformationen mit den Präsentationen finden sie hier: http://bit.ly/2oMrDxZ
 




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